Physiotherapie
Physiotherapie ist eine Form der äußerlichen Anwendung von Heilmitteln; im Zentrum steht das an die Fähigkeiten des Patienten angepasste Vermitteln (Lehren) physiologischen Bewegungsverhaltens.
1 Ausbildung
2 Arbeit von Physiotherapeuten
3 Tätigkeitsfelder
Die Physiotherapie orientiert sich bei der Behandlung an den Beschwerden und den Funktions- bzw. Aktivitätseinschränkungen des Patienten, die in Form eines Befundes sichtbar gemacht werden. Sie nutzt primär manuelle Fertigkeiten des Therapeuten, gegebenenfalls ergänzt durch natürliche physikalische Reize (z. B. Wärme, Kälte, Druck, Strahlung, Elektrizität) und fördert die Eigenaktivität (koordinierte Muskelaktivität, sowie die bewusste Wahrnehmung) des Patienten. Die Behandlung ist an die anatomischen und physiologischen, motivationalen und kognitiven Gegebenheiten des Patienten angepasst. Dabei zielt die Behandlung einerseits auf natürliche, physiologische Reaktionen des Organismus (z. B. Muskelaufbau und Stoffwechselanregung), andererseits auf ein verbessertes Verständnis der Funktionsweise des Organismus (Dysfunktionen/Ressourcen) und eigenverantwortlichen Umgang mit dem eigenen Körper ab. Das Ziel ist die Wiederherstellung, Erhaltung oder Förderung der Gesundheit und dabei sehr häufig die Schmerz-Reduktion.
Synonyme und verwandte Bereiche
Die englische Bezeichnung „physical therapy“ ist nicht zu verwechseln mit dem Begriff „Physikalische Therapie“ in der Bundesrepublik Deutschland. Physiotherapie und Physikalische Therapie werden teilweise als Synonyme bzw. gemeinsames Fachgebiet betrachtet; korrekterweise wird die Physikalische Therapie aber als Unterbereich der Physiotherapie angesehen. Mit Blick auf finanzielle Abrechnungsmodalitäten sollen „Auf Intervention verschiedener Fachgruppen (…) die Bereiche Physiotherapie und physikalische Therapie im nächsten Entwurf (der Diagnosis Related Groups) wieder getrennt (werden), damit auch z. B. eine physiotherapeutische Behandlung und eine Wärmeanwendung einzeln gezählt werden können.“ (aus Prozedurenklassifikation im DRG-System).
Ausbildung
Zugangsvorraussetzungen
Um sich als Physiotherapeut/in ausbilden zu lassen benötigt man als Zugangsvorraussetzung einen Real-oder Hauptschulabschluss und eine abgeschlossenen Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer, hier empfiehlt sich die Ausbildung zum Masseur oder zum medizinischen Bademeister, was die physiotherapheutische Ausbildungsdauer aufgrund der Vorkenntnisse um Einiges verkürzen würde. Auch die Vollendung des 17. Lebensjahres ist notwendig. Für das Verbundsstudium zum/r Diplom-Physiotherapeuten/in (FH) ist die Fachhochschulreife oder das Abitur Vorraussetzung. Außerdem sind gute Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern und auch im Fach Deutsch erwünscht.
Fähigkeiten, die Bewerber Bewerberinnen haben sollten
Der gute Umgang mit kranken Menschen sollte gewährleistet sein, daher wird vor Beginn der Ausbildung ein dreimonatiges Pflegepraktikum empfohlen. Weiterhin sind gute Koordination und Ausdauer von großem Nutzen.
Ausbildungsdauer
Die Ausbildung zum / zur Physiotherapeuten / Physiotherapeutin umfaast drei Jahre an der Berufsfachschule. Zum Abschluss der Ausbildung wird das Staatsexamen abgelegt. Hat der/die SchülerIn dieses bestanden so ist er/sie staatlich anerkannte/r PhysiotherapeutIn. Um staatlich annerkannte/r Diplom- PhysiotherapeutIn zu werden muss ein weiters Ausbildungsjahr (meistens im Fernstudium) absolviert werden, allerdings wid hierfür das Abitur oder die Fachhochschulreife benötigt.
Ausbildungsfächer
Es wird Vollzeitunterricht erteilt, das heißt es gibt mindestens 2.900 Stunden theoretischen und Praktischen Unterricht an der Schule und 1.600 Stunden praktische Ausbildung in Fachkliniken des Universitätsklinikums sowie in geeigneten Rehabilationseinrichtungen.
Unterrichtet werden vor allem physiotherapeutische Befunds-und Untersuchungstechniken, Massagetherapie, Hydro-,Balneo-(Bäderkunde),Thermo-und Inhalationstherapie, Elektro-, Licht- und Strahlentherapie, Prävention und Rehabilation, Bewegungserziehung und Bewegungs-und Trainingslehre.
Die Theorie dabei umfasst die Fächer Anatomie(Lehre vom Aufbau der Organismen), Physiologie(Lehre, die sich mit physikalischen, biochemischenund informationsverarbeitenden Funktionen von Lebewesen befesst), spezielle Krankheitslehre und auch physiotherapeutische Basistechniken.
Zu den klinisch praktischen Fächern der Ausbildung zählen Orthopädie(Entstehung,Verhütung,Erkennung und Behandlung von Form-oder Funktionsfehlern des Stütz-und Bewegungsapparates(Knochen,Gelenke,Muskeln und Sehnen), Chirurgie (Behandlung von Krankheiten und Verletzungen durch direkte, manuelle oder instrumentelle Einwirkung)/Traumatologie (Wissenschaft der Verletzungen und Wunden sowie deren Entstehung und Therapie;Zusatzbezeichnung der Chirurgie), Innere Medizin(Vorbeugung,Diagnostik), Kardiologie(Lehre vom Herzen), Pädiatrie(Kinderheilkunde), Gynäkologie(Frauenheilkunde) und Geburtshilfe sowie Neurologie(Behandlung des kranken Nervensystems)/Psychatrie/Neurochirurgie(Erkennung und operative Behandlung von Erkrankungen des zentralen Nervensystems).
Ergänzend werden den Schülern krankengymnastische Techniken wie z. B. Manuelle Therapie(Behandlung von Funktionsstörungen des Bewegungssystems), medizinische Trainingstherapie und Elektro-und Hydrotherapie nahe gebracht.
Ergänzte Ausbildung
Außer der üblichen Ausbildung zum/r Physiotherapeuten/in gibt es die kombinierte Ausbildung zum/r Physiotherapeuten/in und GymnastiklehrerIn, allerdings nur anwenigen Ausbildungseinrichtungen.
Viele Verfahren der Physiotherapie haben ihren Ursprung weit zurückliegend. Archäologische Funde zeigen, dass Thermal- und Mineralquellen schon bereits in frühgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Verschiedene Formen der Massage und von medizinischen Bädern kannte man bereits vor circa 4000 Jahren in China. Erst Hippokrates vertrat verschiedene medizinische Auffassungen, die sich heutzutage in der Physiotherapie wiederfinden. Er verstand den lebendigen Leib als Organismus, Gesundheit als Gleichgewicht und Krankheit als gestörten physischen und psychischen Gesamtzustand. Seine Überzeugung war, dass die Natur eine Heilkraft besitzt.
Im 18. Jahrhundert fanden erste Medikamente zwar Anklang, brachten allerdings auch Gefahren mit sich. Mancher Arzt propagierte die Anwendung von Mineralwässern, Heilbädern und der Hydrotherapie. Dies setzte sich im 18. Jahrhundert weiter fort, die Beliebtheit der Hydrotherapie stieg an.
Vor allem in Deutschland erlebte die Hydrotherapie einen wahren Boom: Der Urvater der Hydrotherapie, Sebastian Kneipp, entwickelte eine einfache Lebensregelung, kombinierte sie mit der Anwendung pflanzlicher Medikamente und einer Gesundheitserziehung.
In Deutschland wurde der Begriff „Krankengymnastik“ im Jahre 1994 durch den Begriff Physiotherapie im Rahmen einer Novellierung der Berufsgesetze bundesweit abgelöst. Grund dafür war die Anpassung an den internationalen Sprachgebrauch und die Zusammenführung der west- und ostdeutschen Heilberufe nach der Wiedervereinigung. In der DDR war der Begriff Physiotherapie bereits vor der Wiedervereinigung üblich.
Arbeit von Physiotherapeuten [Bearbeiten]
Nachdem die Berufsausbildung abgeschlossen wurde gibt es beispielsweise Ausübungsmöglichkeiten in Krankenhäusern, Kliniken, Einrichtungen der Rehabilitation, Physiotherapeutischen Lehranstalten , Kur-und Erholungseinrichtungen und Fitness-Studios. Auch kann man sich sobald man das Staatsexamen hat selbstständig machen.
Bei der Berufsausübung ist vor allem Teamarbeit sowol verschiedener Physiotherapeuten, als auch die gute Zusammenarbeit mit Ärzten gefragt, denn die Arbeit des/der Physiotherapeuten/Physiotherapeutin ergänzt und unterstützt die arztliche Therapie sinnvoll.
Nach der ärztlichen Verordnung werden eigenverantwortliche Behandlungspläne aufgestellt und durchgeführt.Dabei wird darauf geachtet, dass die Schäden nicht nur „repariert“, sondern auch der korrekte Bewegungsablauf als Ganzer im Auge behalten wird um Verletzungen gar nicht erst entstehen zu lassen.
Physiotherapie wird von Physiotherapeuten in unterschiedlicher Form und Vielfalt ausgeübt.
Physiotherapeuten analysieren und interpretieren Schmerzzustände, sensomotorische Funktions- und Entwicklungsstörungen (z. B. die Hyper- oder Hypomobilität eines Gelenks), um sie mit spezifischen manuellen und anderen physiotherapeutischen Techniken zu beeinflussen. Primärer Ansatzpunkt ist das Bewegungssystem und das Bewegungsverhalten, wobei die Ziele Schmerzfreiheit und ökonomisches Bewegungsverhalten im Alltag sind oder im Falle von irreversibelen Funktionsstörungen Kompensationsmöglichkeiten zu schaffen.
Physiotherapeuten beeinflussen aber auch Funktionsstörungen innerer Organe, verbessern die Eigen- und Fremdwahrnehmung, sowie die Sozialkompetenz und können ebenfalls auf die psychische Leistungsfähigkeit einwirken.
Ziele der Physiotherapie sind darüber hinaus, Eigenständigkeit und Selbständigkeit des Patienten zu fördern und die Selbstheilungskräfte des Organismus zu aktivieren; wo Selbständigkeit des Patienten nicht zu erreichen ist, gehört zu den physiotherapeutischen Aufgaben das Anleiten von Angehörigen (z. B. in der Pädiatrie, Geriatrie oder bei schweren neurologischen Störungen).
Tätigkeitsfelder
* Prävention
Vorbeugung von beruflichen Fehlhaltungen, Vermeidung von Berufskrankheiten, Schulung von Risikopatienten
* stationäre und ambulante Therapie
bei inneren Erkrankungen (z. B. Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Diabetes mellitus, Lungenentzündung)
bei orthopädischen Erkrankungen (z. B. Fehlstellung, Arthrose, Skoliose, Bandscheibenvorfall, Schmerzreduktion)
bei neurologischen Erkrankungen (z. B. Polyneuropathie, Schlaganfall, Parkinson-Krankheit, ataktischer Symtomtenkomplex)
in der Traumatologie (z. B. nach Fraktur, künstlichem Gelenk, Amputation, Sehnenriss, Narbendehnung)
bei rheumatischen Erkrankungen (z. B. Poliarthrose, morbus Bechterew)
bei geriatrischen Patienten (z. B. Kräftigung und Stabilisierung multimorbider Patienten, Einüben täglicher Bewegungsabläufe, Sturz-Prophylaxe, Handling mit Hilfsmitteln)
in der Gynäkologie (z. B. Schwangerschaftsgymnastik, Rückbildungsgymnastik)
in der Pädiatrie (z. B. motorische Störungen, spastische Störungen, atonische/hypertonische Störungen, Behandlung von Frühgeborenen)
* Rehabilitation nach Unfällen, nach langfristigen Erkrankungen, zur Wiederherstellung der natürlichen Beweglichkeit, Kraft und Geschicklichkeit des Patienten, Rückführung zum Beruf
* Kurwesen
zur Erhaltung des körperlichen und geistigen Gesundheit und Leistungsfähigkeit
* Wellnessbereich
zur Erhaltung des körperlichen und geistigen Wohlbefindens, Hilfe bei Stressbewältigung
* Heilgymnastik=alter Begriff für Physiotherapie
* Semota
Semota steht für Senso-Motorische-Aktivierung.
Es ist eine bewegungs- und physiotherapeutische Behandlungsform auf Grundlagen der Sensomotorik basierend. Angewandt wird diese Methode in der Ergotherapie und in der Physiotherapie. Bewegungs- und Wahrnehmungsimpulse werden zentral verarbeitet um mit dem motorischen System entsprechend zu antworten. Diese physiologischen Abläufe können durch die Implementation sensomotorisch angepasster Übungsabläufe therapeutisch genutzt werden(z.B. bei Z.n. Schlaganfall, MS, Mb. Parkinson, oder erworbenen Hirnstörungen wie SHT).
* Wiktionary
Wiktionary: Physiotherapie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
* Deutscher Verband für Physiotherapie - Zentralverband der Physiotherapeuten
* Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten
* physiokongress - jährlicher deutscher Fachkongress für Physiotherapeuten (von Verbänden unterstützt)
* Physiotherapie für Dorn-Methode und Behandlungen bei Mukoviszidose
1. Was versteht man unter Physiotherapie?
Der griechische Wortteil "Physio" bedeutet natürlich. Die Physiologie ist die Lehre von den normalen körperlichen Lebensvorgängen. Physiotherapie ist somit die gezielte Behandlung gestörter physiologischer Funktionen. Physiotherapie nutzt physiologische Anpassungsmechanismen im Körper, um Wirkung zu erzielen.
Der Begriff "Physikalische Therapie" beschreibt die Behandlung mit physikalischen Mitteln, z.B. Massage (mechanischen Reizen), Wärme und Kälte (thermischen Reizen), Wasser (Hydrotherapie) oder Strom (Elektrotherapie). "Physiotherapie" wird im Folgenden als umfassender Oberbegriff verstanden, der die "Physikalische Therapie" in seinen verschiedenen Anwendungsformen mit einschließt.
In der Physiotherapie geht es - von den antiken Ursprüngen einmal abgesehen - seit nahezu 100 Jahren um Behandlung. Als natürliches Heilverfahren nutzt Physiotherapie die passive (durch äußere Kräfte, z.B. den Therapeuten geführte) und aktive (selbständig ausgeführte) Bewegung des Menschen zur Heilung von und Vorbeugung vor Erkrankungen. Damit ist die Physiotherapie eine Alternative oder sinnvolle Ergänzung zur medikamentösen und operativen Therapie.
Die dreijährige Ausbildung zum staatlich anerkannten Physiotherapeuten ist gesetzlich geregelt und die Berufsbezeichnung geschützt.
2. Wie wirkt Physiotherapie?
Bewegung ist eine Grundfähigkeit des Lebens. Sie wirkt als Therapie immer über einen ganzheitlichen Ansatz. Auf der Grundlage der ärztlichen Diagnose werden Therapieziele zur Erhaltung, Wiederherstellung und Verbesserung von gestörter Funktion und Leistungsfähigkeit des Gesamtorganismus angestrebt.
Die Untersuchung und Behandlung des Physiotherapeuten orientiert sich grundsätzlich am individuellen Problem des Patienten. Ein Therapieplan bestimmt die Maßnahmen in Abhängigkeit von den in den Heilmittelrichtlinien definierten Therapiezielen. Die Therapieziele ergeben sich einerseits aus Körperfunktionen, anderseits aus anatomischen Strukturen, an denen die Physiotherapie wirken soll.
Körperfunktionen:
Kernziele aus dem Bereich der physiologischen (und psychologischen) Körperfunktionen sind:
1. Linderung von Schmerz
2. Förderung von Stoffwechsel und Durchblutung
3. Erhaltung und Verbesserung der Beweglichkeit
4. Erhaltung und Verbesserung der Koordination
5. Erhaltung und Verbesserung der Kraft
6. Erhaltung und Verbesserung der Ausdauer.
Die Zielbereiche stehen nicht alleine, sondern unterliegen einer wechselseitigen Beeinflussung.
Anatomische Strukturen
Die Wirkung von physiotherapeutischen Maßnahmen setzt an den anatomischen Strukturen des Körpers (Organsysteme - z.B. Nervensystem, Organe - z.B. Muskel, Gewebe - z.B. Knorpel, Zellen) an, um die genannten Körperfunktionen zu beeinflussen. Hieraus ergeben sich die eigentlichen Wirkorte aus dem Bereich der Stütz- und Bewegungsorgane, des Nervensystems oder der inneren Organe.
Als übergeordnetes Ziel sollen die Patienten jedes Lebensalters durch die Therapie Fähigkeiten erlangen, die Sie in ihrer persönlichen Lebenssituation für die Bewältigung von Alltag, Beruf und Freizeit benötigen.
Der Zugang zum Menschen erfolgt in der Physiotherapie vorwiegend über die persönliche Kommunikation mit dem Therapeuten in Einzel-, aber auch in Gruppentherapie. Pädagogische und psychologische Ansätze in der Therapie wirken sich auf das emotionale Erleben einer Erkrankung und das Bewegungsverhalten des Patienten aus. Freundlichkeit und positive Grundeinstellung des Therapeuten werden in der Physiotherapie als Beitrag zur Verbesserung des Behandlungseffektes gesehen.
Bis zum heutigen Zeitpunkt gibt es nur wenig "wissenschaftlich gesichertes" Datenmaterial (auf der Basis von randomisierten, kontrollierten klinischen Studien) über die Wirkung von Physiotherapie. Zwar haben viele Patienten erfahren, dass physiotherapeutische Methoden helfen, der praktisch orientierten Physiotherapie mangelt es aber an Ressourcen, um wissenschaftliche Wirksamkeitsbelege (im Sinne der evidenzbasierten Medizin) für ihre komplexen Therapieverfahren zu finden.
3. Wann wird die Physiotherapie angewendet?
Physiotherapie findet Anwendung in den Bereichen:
* mit Schulung und Beratung zur Vorbeugung von Krankheiten (Prävention)
* Therapie und Rehabilitation in ambulanten Praxen oder teilstationären und stationären Einrichtungen
* Kurative Medizin in Krankenhäusern und ambulanten Praxen
* um Krankheiten zu erkennen, heilen oder zu lindern, bzw. eine Verschlimmerung zu verhüten
Sie dient damit nicht nur der defizitorientierten Behandlung von Erkrankungen, sondern leistet durch medizinische Angebote auch einen Beitrag, um ein möglichst hohes Gesundheitsniveau im Sinne der Prävention zu schaffen.
Anwendungsgebiete nach medizinischen Fachbereichen:
Physiotherapie auf dem Gebiet der Traumatologie, Chirurgie und Orthopädie:
Die Erkrankungen der Stütz- und Bewegungsorgane bilden die häufigsten Gründe (Indikationen) zur Anwendung physiotherapeutischer Verfahren.
Wirbelsäulenerkrankungen machen bei 22 Millionen Menschen in Deutschland, die über wiederkehrende Rückenschmerzen klagen, den größten Teil der Verordnungen aus. Rückenschulen haben sich als präventive Schulungsprogramme bewährt, wenn es darum geht, aktiv etwas für einen gesunden Rücken zu tun.
Aus dem Bereich der Unfall-, Gelenk- und Wiederherstellungschirurgie wird Physiotherapie unter anderem bei folgenden Zuständen verordnet:
* Frakturen
* Umstellungsoperationen (Osteotomie)
* Gelenkersatz durch Kunstgelenke (Endoprothesen)
* Gelenkoperationen (z.B. Arthroskopie)
* Bänder- Sehnen- und Muskelrisse
* Amputationen
* Entzündliche Gelenkerkrankungen (z.B. Rheuma)
* Gelenkverschleiß (Arthrose)
Physiotherapie auf dem Gebiet der Neurologie und Pädiatrie:
Erkrankungen im Bereich des Zentralnervensystems (ZNS) einschließlich Gehirn, Rückenmark und peripheren Nerven bilden den Schwerpunkt.
- Erkrankungen des Gehirns können angeboren oder frühkindlich erworben sein (z.B. durch ein Geburtstrauma), so dass eine gezielte Förderung der kindlichen Bewegungsentwicklung notwendig wird.
- Im Erwachsenenalter werden Bewegungsstörungen physiotherapeutisch behandelt, wenn Erkrankungen oder Verletzungen des Gehirns (z.B. Schädelhirntrauma, Schlaganfall, Parkinson, Multiple Sklerose) oder Rückenmarks (z.B. Querschnittslähmung) oder im Bereich des peripheren Nervs (z.B. Lähmungen durch Nervenkompression oder Nervenverletzung) auftreten.
Häufig handelt es sich bei diesen Anwendungsgebieten um chronische Erkrankungen, die eine langfristige, bei kontinuierlichem Behandlungsbedarf sogar lebensbegleitende Therapie erforderlich machen. Gerade auf diesem Gebiet umfasst Physiotherapie auch die Alltagsbewältigung unter Einbeziehung der Angehörigen, die Schulung im Gebrauch von Hilfsmitteln und schließlich die Vermittlung von Hilfe zur Selbsthilfe.
Physiotherapie bei Erkrankungen der inneren Organe:
Anwendungsgebiete sind:
* Erkrankungen der Atmungsorgane (z.B. Asthma, Mukoviszidose, nach operativen Thoraxeingriffen)
* Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen (z.B. arterielle und venöse Gefäßerkrankungen, Lymphödem)
* Erkrankungen des Magen-Darmtrakts (z.B. Stuhlinkontinenz)
* Erkrankungen der Nieren, Harn- und Geschlechtsorgane (z.B. Harninkontinenz).
4. Hat die Physiotherapie auch Risiken?
Therapie beinhaltet - sofern sie wirksam ist - ein mehr oder minder großes Risiko von Nebenwirkungen. Unter Beachtung der krankheitsabhängigen Gegenanzeigen (Kontraindikationen) und Vorsichtsmaßnahmen sind bei fachgerechter Anwendung die Risiken in der Physiotherapie als überaus gering einzuschätzen.
Siehe auch unter Bewegungstherapie - Risiken/Gegenanzeige.
wir bedanken uns herzlich für Ihr Interesse an unseren Ausbildungs- und Weiterbildungseinrichtungen. Mit unseren Internetseiten möchten wir Sie ausführlich über unsere staatlich genehmigten Schulen für Physiotherapie und Massage sowie über die angeschlossene Akademie informieren.
Sie haben sich für einen Beruf entschieden, der zwei Aufgaben zu erfüllen hat: die Gesunderhaltung der Menschen und die Heilung Kranker und Behinderter. Sie werden in Zukunft Menschen vielfältiger sozialer Herkunft und unterschiedlichen Alters behandeln. Sie alle leiden an den Symptomen ihrer Krankheiten; viele können oder wollen ihr Schicksal alleine nicht bewältigen. Alle Patienten kommen deshalb mit großen Erwartungen zu Ihnen. Um diesen Menschen gerecht zu werden, benötigen Sie eine differenzierte und gründliche berufliche Ausbildung.
Während Ihres 18-, 24- bzw. 36-monatigen Aufenthalts in unseren Schulen bietet Ihnen der Schulverein bestmögliche Voraussetzungen für ein entspanntes Lernen. Es stehen Ihnen helle, freundlich gestaltete Lehrräume mit moderner Ausstattung und technisch neuen Lehrmitteln zur Verfügung. Unsere Lehrkräfte sind für unsere Schüler immer präsent und für jeden Einzelnen auch stets ansprechbar. Sie wollen die Schüler motivieren und zu selbständigem Lernen führen. Dies streben sie durch Mitarbeit der Schüler, durch Mitgestaltung des Unterrichts sowie durch Anleitung zum Literaturstudium, durch Recherche im Internet und Ausarbeitung von Schaubildern mit unterschiedlichen Medien an.
Um unseren Schülern auch die beste praktische Ausbildung zu garantieren, haben wir mit zahlreichen Akut- und Rehabilitationskliniken sowie mit Praxisgemeinschaften mit unterschiedlichen Therapieschwerpunkten Kooperationsverträge abgeschlossen. Wir pflegen mit diesen Einrichtungen einen regen Kontakt. Somit können unsere Schüler Patienten mit den verschiedensten Erkrankungen und in unterschiedlichen Behandlungsphasen kennen lernen und ihre Behandlung auch selbständig übernehmen.
Unsere Akademie bietet Schülern wie examinierten Physiotherapeuten eine Weiterbildung in speziellen Themen an, für die der offizielle Stundenplan selbst nur einen kurzen Einblick bietet.
Unter Anleitung und Zusammenarbeit mit den Lehrkräften lernen unsere Schüler schon während ihrer Ausbildung Verantwortung zu übernehmen, damit sie als approbierte Physiotherapeuten und Masseure auf ihre zukünftige Tätigkeit sicher vorbereitet sind.
Unsere Schüler schließen ihre Ausbildung mit dem Staatsexamen ab.